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So schnell kann´s gehen


Jürgen Jank kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen. „Aber heuer im Juni war ich drauf und dran, die Panik zu kriegen“, schildert der Betriebsleiter der Kläranlage Hilpoltstein im Landkreis Roth (Mittelfranken).


Alles begann damit, dass die Nitritwerte in der 25.000-EW-Anlage plötzlich nach oben gingen. Auch der CSB stieg unaufhörlich. Die Sichttiefe in der Nachklärung verringerte sich auf wenige Zentimeter, der Beckeninhalt färbte sich grau. Der Belebtschlamm in der Biologie wandelte sich zu einer zähen Masse – „wie Tapetenkleister“, so Jank. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Mikroorganismen kurz davor waren, abzusterben. Zwar konnten die Grenzwerte mit Ausnahme des Gesamtstickstoffs immer noch – wenn auch knapp - eingehalten werden. Aber dass es so nicht weitergehen konnte, stand fest.

Die Wurzel des Übels, das ahnte der Abwassermeister längst, lag wohl in der mobilen Schlammentwässerung, die in Hilpoltstein zweimal pro Jahr ansteht. Am 17. Juni war es wieder einmal soweit gewesen: Die Pressung hatte begonnen, wobei diesmal mehr Filtrat anfiel und der dafür vorgesehene Speicher zu klein wurde.

Also begann man notgedrungen, Filtratwasser in die Belebungsbecken abzugeben – und damit kamen die geschilderten Probleme. Verschiedene Versuche, gegenzusteuern, blieben ohne Erfolg.

Polymer hemmte die Biologie
Von einem Kollegen – dem Betriebsleiter der Nachbarkläranlage in Roth - erhielt Jürgen Jank schließlich den entscheidenden Tipp: Ruf doch mal bei VTA an. Gebietsbetreuer Bernhard Scheuringer kam, sah und analysierte. Seine Eindrücke und die biologischen Untersuchungen im VTA-Labor offenbarten das Dilemma: Das Polymer aus der Schlammlinie – in diesem Fall der Rohstoff Polyacrylamid – umhüllt die Flocken in der Belebung zur Gänze. Dies verhindert die Sauerstoffaufnahme der Mikroorganismen und hemmt diese zusätzlich stark. „Ein Polymer hat auf der Biologieseite einer Anlage eben absolut nichts verloren“, erklärt VTA-Fachmann Scheuringer.

Sofort wurde begonnen, VTA Nanofloc® zuzudosieren – 3,5 Liter pro Stunde, entsprechend einer Dosierung von gerade einmal 18 ppm (18g/m³). Der Erfolg stellte sich schlagartig ein, wie die nebenstehende Grafik beweist. In der Nachklärung zeigte er sich sofort durch eine massiv gesteigerte Sichttiefe, die Biologie stabilisierte sich binnen weniger Tage. „Reinigungsleistung und Betriebssicherheit konnten binnen kürzester Zeit wiederhergestellt werden“, berichtet Jürgen Jank.

 

Und das blieb auch so, als die zwischenzeitig gestoppte Einleitung des gespeicherten Filtratwassers wieder aufgenommen wurde: Bis heute sind alle maßgeblichen Messwerte konstant im grünen Bereich.

Kein Impfschlamm notwendig
Besonders erfreut ist der Betriebsleiter darüber, dass die Biologie wieder „aufgepäppelt“ werden konnte, ohne dass Impfschlamm aus anderen Kläranlagen zugegeben werden musste. Dadurch ist das Risiko, unerwünschte Schlammeigenschaften einzuschleppen, ausgeschlossen. Und obendrein werden Kosten gespart, die ansonsten für Anlieferung und Entsorgung der zusätzlichen Schlammvolumina anfallen würden.

Inzwischen hat man in Hilpoltstein auch das bisher verwendete Fällmittel auf Natriumaluminat-Basis durch das innovative VTA Biosolit® ersetzt und schlägt damit mehrere Fliegen mit einer Klappe. Neben der hervorragenden Phosphor Fäll-Leistung und der Bekämpfung von Fadenbakterien erhöht VTA-Biosolit® auch die Pufferkapazität (Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht), was in der mittelfränkischen Region mit ihrem weichen Wasser besonders wichtig ist. Das schafft VTA Biosolit®, ohne dabei zusätzlichen Schlamm zu erzeugen. Zusätzlich wird Schwefel im Abwasser und im gewonnenen Faulgas durch VTA Biosolit® gebunden und auf diese Weise Geruchsbildung im Abwasserstrom der Kläranlage verhindert. Schwefelbildung und deren negative Auswirkungen sind in den bis zu acht Kilometer langen Druckleitungen der 91 km² großen Stadtgemeinde auch zu berücksichtigen.

„VTA hat eine echte Problemlösung geschafft. Wir waren überrascht, wie gut das funktioniert, und sind bis heute begeistert“, lautet die Bilanz von Jürgen Jank.

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